14.01.2015

Musical auf großer Bühne

Schüler des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare proben für "Just so"

Aus der BZ vom 14.01.2015:
"Just so" lautet der Name des Stücks, das die Musical AG des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare in Maria Veen im Juni im Konzert Theater Coesfeld aufführt. Die Proben laufen bereits auf Hochtouren, denn alle Akteure werden in dem anspruchsvollen Musical sehr gefordert. Redakteur Frank Liebetanz durfte bei der ersten gemeinsamen Probe von Schauspielern, Band und Orchester dabei sein.



Ein fantasievolles Musical für Jung und Alt zum Thema Mut, Individualität und Freundschaft führt die Musical AG des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare Maria Veen zweimal im Juni auf. Für „Just so“ probten Schauspieler, Band und Orchester jetzt das erste Mal gemeinsam in der Schul-Aula.

Hauptrollen doppelt besetzt

Die beiden Musiklehrer Doris Hesselmann und Georg Hegemann sind nach zahlreichen Musical-Aufführungen ein eingespieltes Team. Sie besprechen sich kurz, dann legen 33 Mitglieder des Orchesters, die sechs Musiker der Band und einer aus der Schar der insgesamt 22 Hauptdarsteller los. Es gibt nicht nur elf Hauptrollen – sie sind auch doppelt besetzt.

„Wir kommen mit diesem Stück an unsere Grenzen"

Die anderen Schauspieler müssen in den Vorraum der Aula, da diese komplett die Bühne ist. Das hatte Doris Hesselmann noch nie. Sie sagt: „Wir kommen mit diesem Stück an unsere Grenzen.“ Ein so qualitativ hochwertiges Musical habe die Arbeitsgemeinschaft noch nicht gezeigt. „Das Niveau ist sehr hoch. Die Schüler werden extrem gefordert. Die Gesangspartien sind eigentlich für Profis gedacht“, berichtet die Lehrerin. Deshalb werde Judy Rafat, Dozentin für Jazz an der Musikschule Folkwang in Essen, zum zweiten Mal eine Sonderprobe in Maria Veen leiten.

 

Große Konzentration erforderlich

Die Schüler vom Jahrgang sieben bis hin zu den Abiturienten haben noch so einiges vor sich. Denn das Stück dauere zweieinhalb bis drei Stunden, kündigt Hesselmann an – auf jeden Fall sei es „abendfüllend“. Da müssten die Gymnasiasten die Konzentration halten – auch wenn sie nicht auf, sondern hinter der Bühne stehen. Hesselmanns Ordnungsruf: „Ab jetzt ist absolute Ruhe! Es wird nicht mehr gequatscht!“ wird sicher noch so manches Mal zu hören sein.

Choreographie innerhalb von drei Stunden entworfen

Wegen der großen Produktion nutzen die Maria Veener erstmals aus, dass es im Konzert Theater Coesfeld eine Drehbühne gibt. Auch in Sachen Choreographie gibt es etwas Neues: Muriel Gülker (17) und Lea Hämmerling (18) haben sie selbst entworfen – und das in nur knapp drei Stunden. Die Tanzschritte sind anspruchsvoll – es bedarf sicher noch einiger Übung, bis sie bei den übrigen Schauspielern sitzen.

Erste gemeinsame Probe

Bei der ersten gemeinsamen, etwa einstündigen Probe, rief Hesselmann auch mehrfach: „Mehr spielen!“ Dazu fordert die Lehrerin die Schüler besonders oft bei den ersten Proben auf, weil sie bei den Darstellungen über ihre Schatten springen müssen. „Das wird schon“, ist sich die Lehrerin aber sicher.

 

Nicht alles klappt auf Anhieb

Leise Kritik wird bei Georg Hegemann deutlich, wenn er beispielsweise fragt, was denn nun der richtige Ton sei. Und dann sagt er trocken: „Die anderen sollten denselben spielen.“ Er bleibt wie Hesselmann stets freundlich, wenn – wie nicht anders zu erwarten – am Anfang nicht allzu viel klappt. Mal passt der Einsatz nicht, mal ist es der Ton, der Ausdruck oder das Tempo.

Lehrer lassen sich nicht aus der Ruhe bringen

Einmal wird aber die Band nicht ohne Grund während des Spielens zu schnell: Hinter dem Rücken Hegemanns gibt Hesselmann Zeichen, dass die Band aufdrehen solle. „Danach haben wir uns gerichtet“, erklärt Schlagzeuger Thomas Becker dem Lehrer. Derweil schmunzelt Hesselmann. Eine Probe muss eben nicht von vorne bis hinten bierernst ablaufen. Und die Lehrer lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als plötzlich ein Handwerker mitten durch die Aula läuft. Seine Aufgabe: Das Parkett auf der Bühne ausbessern. Beide Musiklehrer wissen aus Erfahrung: „Man muss sowieso dauernd improvisieren.“

 


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