Können Christfluencer*innen unseren Glauben prägen oder sogar manipulieren?

Mit dieser Fragestellung durften wir uns drei Tage lang bei der Fachakademie Religion in Münster beschäftigen, zu der unter anderem die Katholische und die Evangelische Fakultät Münster eingeladen hatte. Zusammen mit anderen Oberstufenschüler*innen aus ganz NRW konnten wir an verschiedenen Workshops arbeiten.

Zu Beginn war Celine Edinger, eine Christfluencerin, zu Gast, die sich in ihren Videos feministisch und weltoffen positioniert. Sie brachte uns die Vorgehensweise von christlichen Creator*innen näher und berichtete auch von negativen Reaktionen auf ihren Content. Zuletzt ließ sie uns in kleineren Diskussionsgruppen die Ausgangsfrage der Akademie („Follow me?! Christfluencer*innen zwischen Inspiration und Manipulation“) debattieren.

Am darauffolgenden Tag hatten wir die Chance, an zwei weiteren Workshops teilzunehmen. Zuerst klärten uns zwei Theologinnen über die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten der Bibel auf. Wir beschäftigten uns mit der Problematik, dass Christfluencer*innen die Bibel oft wörtlich auslegen und damit ihr konservatives Weltbild rechtfertigen. Dabei kamen wir zu dem Fazit, dass sich die genaue Bedeutung vieler Bibelstellen ohne den historischen und inhaltlichen Kontext sowie entsprechendes Hintergrundwissen häufig nicht eindeutig richtig erschließt.

Am Nachmittag erarbeiteten wir mit der Religionswissenschaftlerin und Influencerin Anna Kira Hippert (@sugarkane2003), wie Christfluencer*innen ihre kontroversen und plakativen Botschaften in ihren Videos unterschwellig übermitteln. Die erlernten Informationen konnten wir dann an verschiedenen Beispielen anwenden, wobei wir uns vor allen Dingen mit dem Zusammenspiel von Bild und Inhalt auseinandergesetzt haben und erkannten, wie durch diese Kombination gezielt manipulative Tendenzen entstehen oder verstärkt werden können.

Die Akademie sollte mit einer Feierstunde enden, weshalb wir uns am letzten Tag inhaltlich auf diese vorbereitet haben. Drei Gruppen erarbeiteten unterschiedliche Endprodukte (Reel, Podcastbeitrag und aktivierende Präsentation). Zum Abschluss präsentierten wir unsere Erkenntnisse einem Publikum aus Universität, Schule, Kirche, staatlicher Schulaufsicht sowie unseren Eltern.

Großer Dank gilt unserem Religionslehrer Herrn Ostermann, der uns zur Teilnahme an der Fachakademie motivierte und uns bereits bei unseren Facharbeiten zu ähnlichen Themen engagiert begleitete. Besonders gefreut hat uns, dass er sich zudem die Zeit nehmen konnte, am Workshop für Lehrkräfte sowie an unserer abschließenden Feierstunde in Münster teilzunehmen.

Jana Garriß und Thea Kötting (Q1)

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